TED-Talk: “Gaming can make a better world”

Videospiele werden im öffentlichen Raum immer wieder unter einen Generalverdacht gestellt. So beschäftigen sich etwa Presse und Politik gerne mit ihrem möglichen Einfluss auf das Auftreten von Jugendgewalt, auf das Erzeugen von suchtähnlichem Verhalten oder auch mit ihrer Rolle als Ablenkung von rechtschaffenem Tun, was in der Folge z.B. für schlechte Schulleistungen verantwortlich sei.

Auch wenn insbesondere gewalthaltige Videospiele durchaus kritisch betrachtet und vor allem verantwortungsvoll genutzt werden sollten, habe ich zu dieser Diskussion in der Vergangenheit schon häufiger Stellung bezogen (etwa bzgl. schwerer Gewalttaten an Schulen, der Nutzung von Videospielen durch Jugendliche und dem Realitätsbezug der „Killerspiele“-Diskussion). Viel interessanter für diesen Blogeintrag erscheint es mir, auch einen Blick auf die positiven Seiten der Spiele zu werfen – denn Studien, die positive Konsequenzen der Nutzung von Videospielen aufweisen, sind ungerechtfertigterweise weit weniger populär im öffentlichen und politischen Diskurs. Dabei belegen sie etwa eine Stärkung der Sozialkompetenz, ein Anwachsen des Selbstvertrauens und eine höhere Kreativität bei Problemlösungen. Auch die Koordination zwischen Hand und Raum, die Orientierung, visuelle Intelligenz und visuelle Erinnerung werden demzufolge durch das Spielen verbessert.

Einen besonders charmanten und spannenden Einblick liefert die Forscherin und Spieledesignerin Jane McGonigal in ihrem TED-Talk „Gaming can make a better world“. Sie beschreibt Spiele provokant als „unerlässlich für das Überleben der menschlichen Spezies in der Zukunft“ und verweist publikumswirksam auf die Rolle der Spiele für eine gelingende Selbstmotivierung, für das Fördern sozialer Beziehungen, für das Steigern des Wohlgefühls und für den Gauben daran, dass auch Einzelne die Welt verändern können:

 

Vertieft werden kann das Thema mit ihren englischsprachigen Fachpublikationen und ihrem mittlerweile auch deutschsprachig erhältlichen Sachbuch „Besser als die Wirklichkeit!“.

 

Kampagne „Do One Thing“

Microsoft hat kürzlich die Ergebnisse seines Computer Safety Index 2013 veröffentlicht und zu diesem Anlass die Kampagne „Do One Thing“ ins Leben gerufen. Internetnutzer sollen sich mit Hilfe der Kampagne die Grundlagen wichtiger Sicherheitsstandards bewusst machen. Ein Besuch auf der (englischsprachigen) Webseite kann zur Förderung des eigenen Problembewusstseins – aber auch zur Unterstützung gelingender eigener Präventionsarbeit – durchaus anregend sein.

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BSI-Informationen zu der Sicherheitslücke „Heartbleed“

Das „Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik“ (BSI) bietet aktuell auf seiner Webseite benutzerfreundlich formulierte Hinweise zur Sicherheitslücke „Heartbleed. In Verbindung mit diesen Kurzinformationen sollten von Internetnutzern unbedingt auch die ebenfalls auf den BSI-Seiten verfügbaren „12 Maßnahmen zur Absicherung gegen Angriffe aus dem Internet“ verinnerlicht werden.

Banner des BSI

David S. Wall: „Cybercrime“

Bei “Cybercrime: The Transformation of Crime in the Information Age” von David S. Wall handelt es sich um ein empfehlenswertes und wissenschaftlich sauber gearbeitetes Grundlagenwerk, das sich aus (cyber-)kriminologischer Sicht bereits früh intensiv mit dem Phänomen Cybercrime auseinandergesetzt hat. Als besonders hilfreich erweisen sich darin Walls Unterscheidungen zu verschiedenen Generationen und verschiedenen Ausprägungsformen von Cybercrime. Beide helfen das enorm umfangreiche Feld Cybercrime analytisch zu strukturieren und mithin besser zu erfassen. Wall, D.S. (2007) Cybercrime: The transformation of crime in the information age, Cambridge: Polity.

Coverabbildung zu David Walls "Cybercrime"

Erster Jahresbericht des EC3

Zum ersten Januar 2013 startete das „European Cybercrime Centre“ (EC3) seine Arbeit. Das Mandat des EC3 bezieht sich vor allem auf die Cybercrime-Bereiche Organisierte (Betrugs-)Kriminalität, Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet und Bedrohungen der kritischen Infrastruktur in der EU. Nach einem Jahr hat das EC3 nun im Februar seinen ersten Jahresbericht vorgelegt und gab bekannt, in diesem Zeitraum bei 19 großangelegten Cybercrime-Operationen koordinierend unterstützt zu haben. Der Bericht erlaubt einen spannenden Einblick in die Arbeit des EC3.
European Cybercrime Centre Logo

Editorial der ersten Ausgabe des „International Journal of Cyber Criminology“

Cyberspace presents an exciting new frontier for criminologists. Virtual reality and computer mediated communications challenge the traditional discourse of criminology, introducing new forms of deviance, crime, and social control.

(K. Jaishankar, Herausgeber des International Journal of Cyber Criminology, 2007)

WhatsApp, Facebook und Moral Panic

Die Übernahme des Instant Messaging-Dienstes Whatsapp durch Facebook schlug im Februar hohe Wellen. Sowohl in den internationalen Medien als auch in der Netzgemeinde verbreitete sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. Der spektakuläre Kaufpreis von 19 Milliarden Dollar sorgte dabei jedoch weniger für Aufsehen, als die allgemeine Besorgnis, nun endgültig die Kontrolle über die eigenen Daten zu verlieren. Whatsapp-User, die bislang nicht bei Facebook waren, befürchteten die „zwangsweise“ Anmeldung in dem Sozialen Netzwerk. Verbreiteten die allgemein bekannten Sicherheitslücken bislang allenfalls einen faden Beigeschmack bei der Nutzung des kostengünstigen und ergonomischen Dienstes, so kam es infolge der Übernahme durch Facebook zu einem regelrechten Wechselhype. Eine Moral Panic, also eine Massenhysterie, schien zu entstehen, begründet durch die Übernahme eines erfolgreichen Dienstes mit offenkundigen Sicherheitslücken durch einen erfolgreichen Konzern mit offenkundigem Interesse an persönlichen Daten. Weiterlesen

TED-Talk: „All your devices can be hacked“

Avi Rubin ist Professor für Computerwissenschaften und Direktor des Gesundheits- und Medizin-Sicherheitslabors an der John Hopkins Universität in Baltimore. Sein knapp 17-minütiger Vortrag beschäftigt sich mit der Problematik, dass unsere Gesellschaft neue Technologien schnell annimmt und begeistert nutzt … dass jedoch bei der Entwicklung der jeweils neuesten Gadgets selten von Anfang an strukturiert auf alle Sicherheitsrisiken geachtet wird. Er zeigt beispielhaft auf, dass neben Smartphones auch Gegenstände wie Herzschrittmacher, Defibrillatoren und Autos gehackt werden können. Daher fordert er nachdrücklich dazu auf, dass die entsprechende Softwareentwicklung sehr sorgsam erfolgen muss.

Begrüßende Worte zur BKA Herbsttagung 2013

Das, was wir unter Cybercrime zusammenfassen, ist eine Bedrohung mit unvergleichbarerer Dimension: Allein die direkten Kosten, die durch Cybercrime entstehen, sind größer als jene, die der Handel von Kokain, Heroin und Marihuana gemeinsam erzeugen.

Betrugsdelikte und Erpressungen, Eigentums und Diebstahlsdelikte, illegaler Handel mit Drogen, Kinderpornografie oder Geldwäsche und auch Cybercrime im Bereich der politisch-motivierten Kriminalität: Durch die über das Internet zur Verfügung gestellte digitale Infrastruktur eröffnen sich neuartige modi operandi mit enormen Schadensausmaßen und –potentialen.

(Jörg Ziercke, Präsident des BKA, 2013)

TED-Talk: „Alltägliche Cyberverbrechen – und was man dagegen tun kann“

James Lyne ist Direktor für technologische Strategien beim IT-Sicherheitsunternehmen ‚Sophos‘ in London. In dieser 17-minütigen Rede im Rahmen der TED-Vortragsreihen beschreibt er anschaulich und humorvoll, welchen Einfluss verschiedene Aspekte von Cybercrimes auf unser alltägliches Leben haben können. Er skizziert u.a. wie Schadprogramme auf PCs zugreifen und auf welche Einfallstore Straftäter abzielen. Lyne bietet in der Viertelstunde einen guten ersten Einstieg in die Notwendigkeit, selbst zum Schutz unserer Systeme beizutragen.