Kinder- und Jugendschutz 2.0 – ein Spiel entsteht

André Schmitz, Geschäftsführer der waza! UG, nimmt in seinem heutigen Gastbeitrag Bezug auf die Entwicklung einer Präventionslösung für den Kinder- und Jugendmedienschutz, die bei einer Tagung an der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg ihren Ausgangspunkt hatte:

Am 05. Juni 2014 traf man sich in Oranienburg um den Medienschutz für die Jüngsten in unserer Gesellschaft von allen Seiten fachlich zu begutachten. Meine Aufgabe war es dabei, die Perspektive der Medienbranche einzubringen. Warum dieser Tag dazu führte, dass knapp ein Jahr später die ehemalige Bundesministerin der Justiz ein Spiel empfahl, soll hier erzählt werden.

Titelmenü des gemeinsamen Spiels der waza! UG und der Deutschen Kinderhilfe e.V.
Titelmenü des gemeinsamen Spiels der waza! UG und der Deutschen Kinderhilfe e.V.

Als die Grußworte der Fachhochschule und des Innenministers verklungen waren, schlossen sich zunächst Einzelvorträge der anwesenden Experten an – unter anderem von meinem Kollegen Eric Jannot. Nach der Mittagspause folgte das „EXPERTEN-KARUSSELL“ als nächster Programmpunkt. Auch wenn sich der kindliche Teil in mir darunter vorstellte, die versammelten Experten auf ein Jahrmarkt-Karussell zu verfrachten und im Kreis drehen zu lassen, war die Realität bedeutend produktiver. Weiterlesen

Die App zur Tagung: „re:publica 2015“

Vom 5. bis 7. Mai ist es wieder soweit: die re:publica öffnet in Berlin ihre Tore. Als eines der „weltweit wichtigsten Events zu den Themen der digitalen Gesellschaft“ diskutieren dort 6.000 Teilnehmer über den Stand und die Zukunft der Wissensgesellschaft. Publikum wie Vortragende sind dabei keineswegs homogen: Neben Wissenschaftlern beteiligen sich auch Unternehmer, Künstler, Journalisten, Blogger, Bürgerrechtler, Hacker und andere Social Media-Experten an den Diskussionen.

Mit gut 350 Stunden ist das Programm der diesjährigen re:publica umfangreich – so werden 450 Redner aus 45 Ländern erwartet, die auf 17 Bühnen vortragen. Das ist nicht nur für die Organisatoren eine herausfordernde Aufgabe – auch der Besucher kann bei diesem Umfang teilweise zeitgleich stattfindender Veranstaltungen schon mal den Überblick verlieren. Einige iOS– und Android-Developer haben Lösungen gefunden und (inoffizielle) KonferenzApps erstellt, die neben einer Sessions-Übersicht als Kalender oder Liste auch verschiedene Filter für die Suche nach Veranstaltungen im Rahmen der re:publica 2015 bieten.

Für Android sticht hier die App von Alexander Graesel hervor, mit der der Besuch der Konferenz optimal vorbereitet werden kann. Informationen über Speaker sind abrufbar und selbst Twitter-, Flickr- und YouTube-Clients wurden gleich in die App integriert. So findet man z.B. Ankündigungen zu Julia Schramm & Laura Piotrowskis „Vernetzungsstrategien von Neonazis und Wutbürgern„, Thomas Fischers „Strafrecht und Öffentlichkeit„, Jillian York und Eric Grosses „Quo vadis Cyber Security„, Mat Sayers „Big Data and Pre-Crime“ oder auch zu einen Beitrag über „Hacktivism“ von Stefania Milan, Gabriella Coleman, Frank Rieger und Oxblood Ruffin. Es wird also spannend – wir sehen uns dort.

Tagung ‚Strafverfolgung im digitalen Zeitalter‘

Am Mittwoch, den 17. Juni thematisiert das dritte Trierer Forum zum Recht der Inneren Sicherheit (TRIFORIS) in der Mainzer Staatskanzlei aktuelle Themen rund um das Thema Cybercrime. Hierzu zählen etwa neue Entwicklungen der Internetkriminalität, Herausforderungen für das Sicherheitsrecht, Ermittlungen in sozialen Netzwerken oder die Strafverteidigung im Zeitalter der Informationstechnologie.

Unter der Überschrift „Strafverfolgung im digitalen Zeitalter“ wird die Tagung gemeinsam vom Institut für Deutsches und Europäisches Strafprozessrecht und Polizeirecht (ISP) und dem Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz veranstaltet und soll den Dialog zwischen Wissenschaft und Praxis fördern.

Unter anderem trägt dort Prof. Dr. Fredrik Roggan (FHPolBB) zum Thema „Das Verbot der Gesetzgebung ‚auf Vorrat‘ und seine Folgen für die Quellen-TKÜ“ vor. Weitere Referenten sind z.B.: Prof. Dr. Mark Zöller (Direktor des Instituts für Deutsches und Europäisches Strafprozessrecht und Polizeirecht an der Universität Trier), Jörg Ziercke (Präsident des Bundeskriminalamts a.D.) und Prof. Dr. Marco Gercke (Direktor des Instituts für Medienstrafrecht der Universität zu Köln). Die Anmeldung zur Teilnahme an der Tagung wird bis zum 10. Juni 2015 erbeten.

Trolle zähmen leicht gemacht

Der folgende Beitrag wurde von meiner Frau Franziska Robertz verfaßt und war im letzten Oktober einer der Preisträger des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerbs. Mit herzlichem Dank an den Initiator des Wettbewerbs auf ScienceBlogs, Florian Freistetter, darf ich Ihnen den dort publizierten Beitrag auch im CybercrimeBlog ans Herz legen:

Trolle sind seltsame Kreaturen. Sie ähneln äußerlich normalen menschlichen Wesen, doch wenn sie anfangen zu kommunizieren, dann entspinnt sich ihre dunkle Magie. Die heile Welt von Blogs und Foren wird durch eintreffende Trolle urplötzlich der Wirklichkeit entrückt. Schnell breitet sich Furcht und Abscheu in den Herzen der dort Anwesenden aus. Jede Ordnung kommt zum Erliegen.
Trolle lieben diesen Moment, denn sie ernähren sich von den daraus entstehenden Gefühlen. Sie weben Geschichten – und wenn ein naiver User diesen Geschichten Aufmerksamkeit schenkt, dann ist es um ihn geschehen. Die Augen der Trolle beginnen zu leuchten und ihr Herz rast vor Freude, denn nun können sie Emotionen aus dem armen Opfer herauspressen und sich daran laben. Und tief in ihrem Inneren wissen sie: dies ist ein guter Ort voller Trollnahrung – hierhin komme ich zurück. Immer und immer wieder.
Natürlich wissen Sie längst, dass wir hier nicht über die haarigen Gesellen sprechen, die unter Brücken schlafen und Träume als Wegzoll fordern, nicht von grauenhaften Höhlentrollen in den Minen von Moria und auch nicht von kartoffelnasigen Wesen aus Norwegen, die Menschenkinder aus ihrem Bettchen stehlen, um stattdessen ihr eigenes hineinzulegen. Nein, das Exemplar, um das es uns hier geht ist weit gefährlicher. Es ist der gemeine Internet-Troll.

Bild: Jan Hammershaug, CC-BY 2.0

Von Anfang an war er da. Schon als die ersten internetbasierten Gemeinschaften in Form von Chats, Foren und Newsgroups die ersten Worte fanden, war auch der Troll anwesend. Und je weiter sich die Sozialen Medien wie Twitter, Facebook & Co. und die damit einhergehende Gesprächigkeit der Mitwirkenden vergrößerten, desto wohler fühlte sich der Troll. Mit jedem neuen Beitrag und jedem neuen Gesprächsbeginn erschien ihm seine Nahrung sicherer. Jedes Gespräch, in das er sich einmischen konnte, und jede Aufmerksamkeit, die ihm dabei zuteil ward, waren potentielle Leckerbissen für ihn. Und doch: Trolle können auch selbst gejagt werden. Verwegene Wissenschaftler haben es sich auf die Fahnen geschrieben, diese Ungetüme zu erforschen. Und je intensiver Trolle agieren, desto mehr kann die Wissenschaft über ihre Verhaltensweisen und ihren Wohlfühlraum erfahren. Das Verhalten der Trolle wird so mit der Zeit einschätzbar, der Umgang mit ihnen leichter und im Idealfall können Wege eröffnet werden, Internet-Trolle unschädlich zu machen. Weiterlesen

Kurzinfo: Security Forum der FH Brandenburg

Unter der Bezeichnung „Mein elektronisches ICH“ lädt die Fachhochschule Brandenburg am 22. Januar 2015 zum 9. Security Forum ein. Mit dem Ziel des Erfahrungsaustauschs zwischen Industrie, Dienstleistern und Forschung wird der Schwerpunkt des Security Forums auf die Diskussion zum Schutz der Privatsphäre gelegt. Dabei werden unter anderem Aspekte des Cloud Computing und der Security Awareness näher beleuchtet.
Ein Flyer der Veranstaltung steht als pdf zur Verfügung.

Kurzinfo: DsiN-Index 2014

Der Index „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) misst die Bedrohungslage und das Schutzniveau der Internetnutzer in Deutschland, um daraus Aufklärungsmaßnahmen abzuleiten. Die aktuelle Veröffentlichung des Index hebt nun hervor, dass die Bekanntheit von IT-Schutzmaßnahmen bei den Verbrauchern zwar überraschend gut ausgeprägt ist, dass die Schutzmaßnahmen jedoch trotz dieser Kenntnisse oft nicht angewandt werden. Für den sicheren und souveränen Umgang mit dem Internet müssten die Aufklärungsangebote stärker auf die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzergruppen zugeschnitten werden – so könne die individuelle Sicherheitslage tatsächlich effektiv verbessert werden. Ausführliche Informationen bietet eine 40-seitige Übersicht zum DsiN-Index 2014.

Kurzinfo: Hinweise zum Umgang mit Ransomware

Als „Ransomware“ bezeichnet man Schadsoftware, die eine Zugriffs- oder Nutzungsverhinderung des gesamten Computersystems bewirkt – zur Freigabe der Daten wird dabei ein „Lösegeld“ gefordert. Das Sicherheitsunternehmen Symantec bietet nun in englischer Sprache sachkundige Handlungshinweise für den Fall an, dass das eigene System Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden ist. Auf Deutsch gibt es ebenfalls wertvolle Hilfestellungen zum Thema durch die Polizei Niedersachsen.

Kurzinfo: Hackerangriffe und Virusinfektionen erkennen

Das Journal PC-Welt hat heute einen Beitrag online gestellt, der Sie bei der Einordnung von Warnsignalen Ihres Rechners oder Netzwerkes unterstützen soll. Dabei werden Anhaltspunkte aufgezeigt, ob sich ein Virus eingeschlichen hat oder sich jemand gezielt Zugriff auf Ihre Systemintegrität verschafft hat. Unbekannte Geräte im WLAN, falsche Virusmeldungen, Spam-E-Mails aus Ihrem Netzwerk und mehr. Ein Blick auf die für Laien gedachten Hinweise lohnt sich. Zudem finden sich stets aktuelle Warnmeldungen auch auf der Webseite „BSI für Bürger“.

Kurzinfo: DDoS-Angriff kostet Opfer halbe Million

Eine Studie des Sicherheitsunternehmens Incapsula befragte 250 Organisationen (mit je 250 bis mehr als 10.000 Beschäftigten) nach Erfahrungen als Opfer von DDoS-Angriffen. Etwa 45% berichteten von entsprechenden Ereignissen, wobei die Hälfte dieser Angriffe zwischen 6 und 24 Stunden andauerte. Bei einem geschätzten Schaden von 40.000 US Dollar pro Stunde erreichen die durchschnittlich verursachten Kosten somit schnell den Bereich einer halben Million US Dollar. Weitere spannende Informationen zur Einschätzung der Wirkung von DDoS-Angriffen finden sich im PDF-Bericht zur Studie.

Kurzinfo: Spambericht von Kaspersky

Nach einer aktuellen Studie des russischen Softwareunternehmens Kaspersky Lab hält Deutschland zur Zeit den internationalen Rekord als Ziel von (Kaspersky Lab bekannt gewordenen) E-Mails mit gefährlichen Anhängen. Während im September 2014 rund zwei Drittel aller Nachrichten im weltweiten E-Mail-Verkehr Spam-Mails waren, wurden gut 9% der mit Schadsoftware versehenen Anhänge nach Deutschland gesandt. Weitere besonders beliebte Ziele sind Großbritannien und die USA. Interessante Einzelheiten zur Analyse von Kaspersky Labs finden sich in ihrer Pressemitteilung und auf Viruslist.