Moderne mobile Forensik für Strafverfolgungsbehörden – Teil 5

(Fünfter Teil des Beitrages „Moderne mobile Forensik für Strafverfolgungsbehörden“ von Herrn Marko Rogge:)

Analyse mehrerer Geräte

Je nachdem, um was für eine Straftat es sich handelt, zeigen Täter und Opfer voneinander abweichende Verhaltensmuster. So können Kommunikationsdaten (z.B. in einem Fall von Belästigung durch Kurzmitteilungen) von Täter und Opfer miteinander abgeglichen werden. Mit Hilfe einer grafischen Analyse kann ein Ermittler umgehend erkennen, dass z.B. eine einseitige Kommunikation seitens des Täters stattgefunden hat, was den Tatverdacht der Belästigung erhärten würde. Aber auch bei anderen Straftaten lassen sich Muster ableiten, z.B. aus Positionsdaten, die eine mögliche Planung eines Verbrechens untermauern können.

Link Analyzer
Link Analyzer

Ein weiteres Beispiel für den Nutzen grafischer Analysen: Bei einer Durchsuchungsmaßnahme, die bei einigen Beschuldigten stattgefunden hat, werden dutzende mobile Endgeräte durch die Einsatzkräfte der Polizei sichergestellt. Hierbei handelte es sich um unterschiedliche Geräte, vom Smartphone über einfache Mobiltelefone bis hin zu SIM-Karten der sichergestellten Geräte, aber auch Navigationsgeräte. Die beschlagnahmten Geräte werden nun der am besten geeignetsten Extraktion (mittels spezieller forensischer Hardware) zugeführt und die daraus entstandenen Daten-Extraktionen können in den meisten Fällen in eine Auswertesoftware eingelesen werden. Der Ermittler hat auf diese Weise die Möglichkeit, relevanten Daten auszuwerten. Aufwändig wird es allerdings, wenn wie im Fallbeispiel zahlreiche Beweismittel verglichen oder zusammengeführt werden müssen. Häufig benötigt man eine Darstellung von mehreren mobilen Geräten gleichzeitig, die sich zur Tatzeit an einem Ort befunden haben oder von Personen genutzt wurden, die miteinander Kontakt hatten. Das ist insbesondere schwierig, wenn nur einzelne Telefonnummern bekannt sind, die keiner konkreten Person zugeordnet sind. Eine Analyse-Software speziell für mobile Endgeräte bietet Ermittlern hierbei Unterstützung. Die Auswertesoftware stellt grafisch die Verbindungen zwischen den jeweiligen untersuchten Geräten untereinander und ebenso zu weiteren Personen bezogen auf ein Asservat dar. Durch Anklicken kann jederzeit ein anderes Kommunikationsziel als Ausgangspunkt der Darstellung gewählt werden. Eine Kommunikation lässt sich somit auch dann nachvollziehen, wenn dazu unterschiedliche Geräte benutzt wurden. Einem Ermittler wird es so deutlich vereinfacht, Personen und Geräte einander zuzuordnen und ggf. neue Personenkreise zu identifizieren, die im Rahmen einer Straftat in Verbindung standen.

Diese Analysemöglichkeiten sind für die Ermittler unter anderem auch für die Identifizierung von Personenkreisen sehr nützlich, die im Rahmen einer Straftat in Verbindung standen. Eine Keywort-Suche innerhalb der Daten der Analyse-Software vereinfacht es darüber hinaus, bestimmte Begriffe der unterschiedlichen Delikte zu suchen und farblich getrennt z.B. nach den Beschuldigten als Ergebnis sortiert darzustellen.

 

Fortsetzung im letzten Teil des Beitrages in der nächsten Woche …

 

(Der vollständige Artikel von Herrn Marko Rogge ist in der Printausgabe von „Der Kriminalist“ Ausgabe 06/2015 ab Seite 29 erschienen. Seine hier vorliegende Blogbeitragserie wurde mit freundlicher Genehmigung des Verlags von Herrn Rogge für unseren Blog aufbereitet.)

Informationen zum Autor finden sich unter Teil 1 des Beitrages von Herrn Rogge.

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