Safer Internet Day 2017

Heute findet auf Initiative der Europäischen Kommission der jährliche Safer Internet Day mit Veranstaltungen und Aktionen in über 120 Ländern statt. Das Motto lautet diesmal Be the change: Unite for a better internet. Deutschland fokussiert in diesem Jahr vor allem auf das Thema Cybermobbing – aus diesem Anlass lohnt sich der Blick auf zwei neue Projekte von Klicksafe:

Zum einen startet Klicksafe heute die Stop Mobbing-Woche, zu der eine eigene Aktionsseite nebst Social-Media-Kampagne, (Mitmach)Aktionen, Videos und Download-Material online gestellt wurde. Zum anderen erscheint heute auch das neue Modul Was tun bei (Cyber)Mobbing?, das sich mit vereintem Exertenwissen aus Gewaltprävention und Medienpädagogik auf über 200 Seiten systemisch mit Intervention und Prävention zum Thema Cybermobbing in der Schule auseinandersetzt. Das sehr empfehlenswerte Heft bietet  konkrete Ansatzpunkte sowie Handwerkszeug für Schulen und steht auf der Webseite von Klicksafe zum kostenlosen Download bereit.

Trolle zähmen leicht gemacht

Der folgende Beitrag wurde von meiner Frau Franziska Robertz verfaßt und war im letzten Oktober einer der Preisträger des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerbs. Mit herzlichem Dank an den Initiator des Wettbewerbs auf ScienceBlogs, Florian Freistetter, darf ich Ihnen den dort publizierten Beitrag auch im CybercrimeBlog ans Herz legen:

Trolle sind seltsame Kreaturen. Sie ähneln äußerlich normalen menschlichen Wesen, doch wenn sie anfangen zu kommunizieren, dann entspinnt sich ihre dunkle Magie. Die heile Welt von Blogs und Foren wird durch eintreffende Trolle urplötzlich der Wirklichkeit entrückt. Schnell breitet sich Furcht und Abscheu in den Herzen der dort Anwesenden aus. Jede Ordnung kommt zum Erliegen.
Trolle lieben diesen Moment, denn sie ernähren sich von den daraus entstehenden Gefühlen. Sie weben Geschichten – und wenn ein naiver User diesen Geschichten Aufmerksamkeit schenkt, dann ist es um ihn geschehen. Die Augen der Trolle beginnen zu leuchten und ihr Herz rast vor Freude, denn nun können sie Emotionen aus dem armen Opfer herauspressen und sich daran laben. Und tief in ihrem Inneren wissen sie: dies ist ein guter Ort voller Trollnahrung – hierhin komme ich zurück. Immer und immer wieder.
Natürlich wissen Sie längst, dass wir hier nicht über die haarigen Gesellen sprechen, die unter Brücken schlafen und Träume als Wegzoll fordern, nicht von grauenhaften Höhlentrollen in den Minen von Moria und auch nicht von kartoffelnasigen Wesen aus Norwegen, die Menschenkinder aus ihrem Bettchen stehlen, um stattdessen ihr eigenes hineinzulegen. Nein, das Exemplar, um das es uns hier geht ist weit gefährlicher. Es ist der gemeine Internet-Troll.

Bild: Jan Hammershaug, CC-BY 2.0

Von Anfang an war er da. Schon als die ersten internetbasierten Gemeinschaften in Form von Chats, Foren und Newsgroups die ersten Worte fanden, war auch der Troll anwesend. Und je weiter sich die Sozialen Medien wie Twitter, Facebook & Co. und die damit einhergehende Gesprächigkeit der Mitwirkenden vergrößerten, desto wohler fühlte sich der Troll. Mit jedem neuen Beitrag und jedem neuen Gesprächsbeginn erschien ihm seine Nahrung sicherer. Jedes Gespräch, in das er sich einmischen konnte, und jede Aufmerksamkeit, die ihm dabei zuteil ward, waren potentielle Leckerbissen für ihn. Und doch: Trolle können auch selbst gejagt werden. Verwegene Wissenschaftler haben es sich auf die Fahnen geschrieben, diese Ungetüme zu erforschen. Und je intensiver Trolle agieren, desto mehr kann die Wissenschaft über ihre Verhaltensweisen und ihren Wohlfühlraum erfahren. Das Verhalten der Trolle wird so mit der Zeit einschätzbar, der Umgang mit ihnen leichter und im Idealfall können Wege eröffnet werden, Internet-Trolle unschädlich zu machen. Weiterlesen

Let’s start a Bystander Revolution

Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit Gewaltprävention. Dabei sind mir hunderte von Projekten begegnet. Einige scheiterten, einige benötigten noch etwas Feintuning und einige funktionierten wunderbar. Und ab und zu begegnen mir Projekte, die mich schlicht und einfach anhaltend begeistern. Im Bereich der Vermeidung von Cybercrimes in sozialen Medien ist zum Beispiel Klicksafe  ein solcher Lichtblick. Diese Kampagne im Auftrag der Europäischen Kommission leistet seit Jahren hervorragende Arbeit zur Förderung von Kompetenz im Umgang mit Internet und neuen Medien. Durch mittlerweile reichhaltige Erfahrung, exzellente Teambesetzung und präzise ausgearbeitete Materialien für Eltern und Lehrer ist Klicksafe in der Lage, eine erhebliche Verbesserung der Sicherheit im Umgang mit dem Internet zu bewirken.

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Während Klicksafe bereits einige Jahre der Weiterentwicklung erleben konnte, entdeckte ich heute ein erst vor wenigen Wochen online gegangenes Projekt, dass mich ebenfalls auf Anhieb fasziniert hat: BystanderRevolution.org. Die Webseite beschäftigt sich mit der Prävention von (Cyber-)Mobbing. Zu den Hintergründen von Cybermobbing habe ich seit 2006 einige Artikel verfasst – in den letzten Jahren erschienen zudem gute internationale Studien, um das Phänomen noch besser beschreiben zu können. BystanderRevolution will indes nicht die Hintergründe von Cybermobbing erforschen, sondern einen Beitrag dazu leisten, Opferwerdungen zu verhindern.

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