Zur Deutung Digitaler Demenz

Meiden Sie digitale Medien. Sie machen (…) tatsächlich dick, dumm, aggressiv, einsam, krank und unglücklich.“ schreibt der Psychiater Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer in seinem populärwissenschaftlichen Buch „Digitale Demenz“. Zweifellos ist Spitzer ein kluger Mann. Wenn er sich äußert, erreichen seine Sichtweisen eine weite Verbreitung – so konnte sich auch seine „Digitale Demenz“ lange auf der Spiegel-Bestsellerliste halten. Doch schon kurz nach Erscheinen seines Buches merkte der renommierte Wissenschaftsjournalist Dr. Werner Bartens in der Süddeutschen an: “Mit seiner Polemik bedient der Psychiater die Ängste verunsicherter Eltern – mithilfe bizarrer und oberflächlicher Argumente.“ Viele weitere kritische Aussagen folgten. Zum Teil bemühten sie sich, Gegenstudien zu Spitzers Arbeit aufzuführen, während andere Verfasser seine Aussagen beleglos anzweifelten oder im Extremfall polemische Gegenargumente vorbrachten. Der geneigte Leser mag diese Diskussion gerne selbst in den Weiten des Webs nachrecherchieren – die Aufgabe von Wissenschaft ist es jedoch, weder Aussagen unkritisch aufzunehmen, noch sie unsachlich zu diskreditieren. Werfen wir daher auf dem sicheren Boden empirischer Forschung einen kritischen Blick auf die Fundierung der These einer Digitalen Demenz:

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