Sichtenweisen zu Sicherheit bei „Digital Natives“

Das in Mailand beheimatete Tech and Law Center ist ein interdisziplinär strukturiertes Forschungszentrum, das Wissenschaftler von verschiedenen italienischen Universitäten vereint. Erforscht werden dort in erster Linie digitale Technologien und ihr Bezug zu Recht und Gesellschaft. Heute werden die Forscher dieses Zentrums dem Europäischen Parlament ihren neuesten Forschungsbericht vorstellen. Er trägt den Namen „Security of Digital Natives“ und setzt sich mit dem Verantwortungsbewußtsein junger Studenten für deren eigene Online-Sicherheit auseinander.

Eine wichtige Erkenntnis des Projektes ist es, dass sich ein Sicherheits- und Verantwortungsbewußtsein bei jungen Menschen auch dann nicht quasi von selbst einstellt, wenn sie mit digitalen Medien aufgewachsen sind. So verzeichnen die Wissenschaftler bei vielen befragten Studenten einen gravierenden Mangel an Wissen über die Anwendung von Schutzmöglichkeiten, ebenso wie einen mangelnden Willen bekannte Möglichkeiten zu nutzen, insofern die Schutzlösungen nicht technisch besonders einfach gehalten sind. Mit dem Hinweis, dass heutige Universitätsstudenten in Zukunft führende Positionen in unserer Gesellschaft bekleiden werden, fordern sie deren umfassende Vorbereitung auf einen gelingenden Schutz vor Gefahren im Internet. Hier helfen technische und gesetzliche Möglichkeiten, jedoch auch sozialwissenschaftlich-präventive: Die jungen Menschen müssen dazu motiviert werden, sich verantwortungsvoll um ihren Online-Schutz zu kümmern. Auch für die deutsche Hochschullandschaft sollte dies ein zukunftsrelevanter Aspekt sein.

Das unten eingefügte Video zeigt nur einen kurzen Promo-Einblick in die Forschungsergebnisse. Online findet sich jedoch auch eine ausführlichere 13-minütige Vorstellung der Ergebnisse, sowie eine 10-minütige Darstellung mit Fokus auf technische Aspekte und eine 7-minütige Darstellung zu rechtlichen Aspekten dieser Studie. Für Forscher ist natürlich der Bericht selbst interessant. Die 53 Seiten umfassende Studie hat im pdf-Format allerdings eine Größe von 10 MB. Dennoch: der Download lohnt sich.