App für Amokläufe?

Ob das wirklich so eine gute Idee war? „The app that could stop killers in classrooms“ titelt PoliceOne heute und weist auf die Entwicklung einer Smartphone-App hin, die Reaktionen auf sogenannte Active Killer (bewaffnete Gewalttäter im Tötungsmodus) beschleunigen soll. Dabei zielt das Programm in erster Linie auf School Shooter ab – also auf solche Täter, die in Deutschland meist als „jugendliche Amokläufer an Schulen“ bezeichnet werden.

Die begleitende Webseite School Guard beschreibt, wie die App funktionieren soll: Für einen einmaligen Beitrag von 2.500 Dollar und Folgekosten von 99 US-Dollar pro Monat können Schulen ihre Lehrer und Schulbediensteten mit dieser App ausstatten. Auf deren Smartphones wird dann ein Panikknopf installiert, der bei Aktivierung automatisiert einen Notruf wählt und alle in der Nähe befindlichen Polizeibeamten aller Jurisdiktionen informiert. Die Werbung für die App weist aus, dass es dabei egal sei, ob sich die Beamten im Dienst befinden oder nicht, verschweigt aber, dass die für Polizisten kostenlose App auch auf deren Handys installiert sein muss. Zudem würden von der App alle anderen Lehrer der betreffenden Schule informiert und der Ort des ursprünglichen Notrufs auf der App abgebildet. Doch der Teufel steckt im Detail, denn der Täter wird sich aller Voraussicht nach zum Zeitpunkt des Eintreffens von Helfern nicht mehr am Ort des abgesetzten Notrufs befinden – vielleicht sogar selbst nie dort gewesen sein.

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