TED-Talk: “Gaming can make a better world”

Videospiele werden im öffentlichen Raum immer wieder unter einen Generalverdacht gestellt. So beschäftigen sich etwa Presse und Politik gerne mit ihrem möglichen Einfluss auf das Auftreten von Jugendgewalt, auf das Erzeugen von suchtähnlichem Verhalten oder auch mit ihrer Rolle als Ablenkung von rechtschaffenem Tun, was in der Folge z.B. für schlechte Schulleistungen verantwortlich sei.

Auch wenn insbesondere gewalthaltige Videospiele durchaus kritisch betrachtet und vor allem verantwortungsvoll genutzt werden sollten, habe ich zu dieser Diskussion in der Vergangenheit schon häufiger Stellung bezogen (etwa bzgl. schwerer Gewalttaten an Schulen, der Nutzung von Videospielen durch Jugendliche und dem Realitätsbezug der „Killerspiele“-Diskussion). Viel interessanter für diesen Blogeintrag erscheint es mir, auch einen Blick auf die positiven Seiten der Spiele zu werfen – denn Studien, die positive Konsequenzen der Nutzung von Videospielen aufweisen, sind ungerechtfertigterweise weit weniger populär im öffentlichen und politischen Diskurs. Dabei belegen sie etwa eine Stärkung der Sozialkompetenz, ein Anwachsen des Selbstvertrauens und eine höhere Kreativität bei Problemlösungen. Auch die Koordination zwischen Hand und Raum, die Orientierung, visuelle Intelligenz und visuelle Erinnerung werden demzufolge durch das Spielen verbessert.

Einen besonders charmanten und spannenden Einblick liefert die Forscherin und Spieledesignerin Jane McGonigal in ihrem TED-Talk „Gaming can make a better world“. Sie beschreibt Spiele provokant als „unerlässlich für das Überleben der menschlichen Spezies in der Zukunft“ und verweist publikumswirksam auf die Rolle der Spiele für eine gelingende Selbstmotivierung, für das Fördern sozialer Beziehungen, für das Steigern des Wohlgefühls und für den Gauben daran, dass auch Einzelne die Welt verändern können:

 

Vertieft werden kann das Thema mit ihren englischsprachigen Fachpublikationen und ihrem mittlerweile auch deutschsprachig erhältlichen Sachbuch „Besser als die Wirklichkeit!“.