Viktimisierung junger Menschen im Internet

Ausgehend vom Forschungsprojekt „Hate Communities: A Cross-National Comparison“ habe ich gemeinsam mit meinen beiden Kollegen Atte Oksanen (Uni Tampere/Finnland) und Pekka Räsänen (Uni Turku/Finnland) in den vergangenen Monaten eine kleine Veröffentlichung zur Viktimisierung junger Menschen im Internet erstellt, die nun das Licht der Publikationswelt erblickt hat. Seit einigen Tagen ist das Büchlein (52 Seiten) nun beim Springer Verlag als eBook bzw. Softcover verfügbar und kann selbstverständlich auch in der Bibliothek unserer Fachhochschule in Oranienburg gelesen werden.

Inhaltlich konzentriert sich die Publikation auf problematische Aspekte der Internetnutzung durch Jugendliche. Insbesondere soziale Medien werden von jungen Menschen heutzutage als selbstverständliches Alltagsmedium wahrgenommen und genutzt. Dabei sind Kinder und Jugendliche jedoch einer Vielfalt von problematischen Verhaltensweisen und Inhalten ausgesetzt. Bisherige Präventions- und Schutzmaßnahmen zur Steigerung der Sicherheit im Cyberspace beschränken sich vor allem auf das Phänomen Cybermobbing. Das Buch schaut jedoch über diesen bisherigen Tellerrand hinaus und betrachtet dabei vor allem Risiken, die aus hassbasiertem Online-Material und potentiell schädigenden Online-Inhalten hervorgehen. Empfehlungen zur Verbesserung des Schutzes für Kinder und Jugendliche helfen abschließend dabei, unserer Verantwortung für die junge Generation besser gerecht werden zu können.

Ein besonders wichtiges Ergebnis des Buches lautet, dass Jugendliche mit guter sozialer Anbindung im Offline-Leben seltener negative Konsequenzen der Auseinandersetzung mit potentiell schädigenden Online-Inhalten davontragen. Wir tun mithin gut daran, einerseits die dringend benötigte Online-Resilienz unserer jungen Menschen durch sinnvolle Medienpädagogik zu stärken – dabei sollten aber andererseits auch die Offline-Beziehungen und die generelle Steigerung der Bewältigungskompetenz Jugendlicher nicht aus den Augen verloren werden, damit dass sich der im Umgang mit dem Internet entstehende Kollateralschaden der Lebensphase Jugend (soweit möglich) in Grenzen hält.

Buchcover

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